7 Dinge, die Sie über 360 Grad Kameras wissen müssen!

Sie sind neu im Bereich der 360 Grad Kameras? Dann vergessen Sie alles, was sie bisher über Spiegelreflexkameras oder Videokameras gehört haben. 360 Grad Kameras sind anders. Sie sehen anders aus, sie funktionieren anders, die Videos und Fotos, die Sie mit ihnen erstellen sind anders und werden zudem auch anders betrachtet.

Als Hilfe für den Einstieg finden Sie folgende 7 Punkte, mit denen Sie sich wichtiges Basiswissen über diese neuen, spannenden Geräte aneignen können.

1. Nicht alle 360 Grad Kameras sind gleich

Wer sich das Angebot an 360 Grad Kameras ansieht, bemerkt schnell, dass es hier teilweise extreme Unterschiede gibt. Von der kleinen China-Cam für unter 100€ bis hin zu Profigeräten wie Nokias Ozo, für die man 60.000€ hinblättern muss.

Doch welcher Preisbereich macht Sinn? Ist es ein Fehler, sich für die Billigkameras aus China zu entscheiden? Was muss ich ausgeben?

Im Allgemeinen kann man durchaus sagen, dass man für mehr Geld auch eine besserer Qualität bekommt. Und Qualität bedeutet bei 360 Grad Kameras in allererster Linie Bildqualität. Hochwertige Linsen, leistungsstarke Bildchips und eine performante Software kosten Geld. Und die erstellten Fotos und Videos zeigen schnell, wenn an irgendeiner Stelle minderwertige Bauteile verwendet wurden.
Bei 360 Grad Kameras sollte man mehr als bei jeder anderen Art der Fotografie oder Videoaufnahme auf gute Qualität achten.

2. Nicht alle 360 Grad Kameras nehmen in 360 Grad auf

Sich mit einer VR-Brille durch Fotos und Filmaufnahmen zu bewegen mach unglaublich viel Spaß. Man kann hinsehen, wo man will und bekommt ein ganz neues Gespür für die gefilmte Umgebung und fühlt sich, als wäre man wirklich dort.

Doch halt… nicht alle 360 Grad Kameras filmen ein lückenloses Panorama. Es gibt Modelle, die sich zwar als 360 Grad Kamera bezeichnen, jedoch nur über ein Objektiv verfügen. Und genau das ist der Haken, denn eine Kamera kann nicht „hinter“ sich filmen. Dazu braucht sie mindestens ein zweites Objektiv.

360fly-camera

Die 360fly besitzt ein Objektiv mit einem Aufnahmewinkel von 240 Grad. 120 Grad der Umgebung, also alles was „hinter“ der Kamera liegt, bleiben verborgen und werden im Bildmaterial als „blinder Fleck“ sichtbar.

elecam360_oberflaeche

Die Elecam360 verfügt über 2 Objektive. Jedes besitzt einen Aufnahmewinkel von 220 Grad. Im Schnittbereich werden die beiden Einzelbilder zu einem vollsphärischen 360 Grad Bild zusammengefügt.

In den aufgenommenen Bildern und Videos macht sich das Fehlen einer zweiten Linse dadurch bemerkbar, dass man einen „blinden Fleck“ sieht, wenn man sich in dem Panorama umsieht. Je nach Modell ist er unterschiedlich groß. Das heißt nicht, dass Kameras mit nur einem Objektiv unbrauchbar sind. Die 360Fly ist in den USA eine der beliebtesten 360 Grad Kameras. Es geht eher darum, ob durch den „blinden Fleck“ wichtige Teile des Bildes oder des Videos verdeckt werden.

Käufer sollten das beachten, wenn sie sich eine Kamera zulegen wollen. Im Zweifel macht man mit einer Kmaera mit zwei Objektiven nichts falsch.

3. Es gibt verschiedene Arten von 360 Grad Kameras

 

Hobbykamera

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Kameras für Hobbyfilmer gehören zu den beliebtesten 360 Grad Kameras und sind schon am längsten auf dem Markt. Sie haben meist eine längliche Form, so dass man sie zum Fotografieren und Filmen bequem in der Hand halten kann und die Finger nicht die Linsen  verdecken. Zudem lassen sie sich durch ihre Bauform leichter transportieren und finden zur Not auch in der Hosentasche Platz. Über ein Gewinde können sie an einem Stativ oder anderen Halterungen angebracht werden.

Actionkamera

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Kameras für Actionaufnahmen sind eher kugel- oder würfelförmig und werden in den meisten Fällen mit einer Halterung befestigt. Sie sind sehr stabil gebaut und je nach Modell resistent gegen Erschütterungen, Staub und Spritzwasser. Einige Modelle sind sogar ohne zusätzliche Schutzhülle wasserdicht, womit auch das Filmen bei Tauchgängen kein Problem darstellt.

Smartphone-Adapter

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Smartphone besitzen heute genug Rechenpower um 360 Grad Videos aufzunehmen und zu bearbeiten. Das sich jedoch die Kamera eines Smartphones nicht zur Aufnahme von 360 Grad Videos eignet, kann durch eine spezielle Aufsteck-Kamera Abhilfe geschaffen werden. Die Insta360 Nano ist beispielsweise mit dem iPhone kompatibel und wird an dessen Unterseite angebracht. Sie erreicht eine Auflösung von 3K bei 30 Bildern pro Sekunde.

360 Grad Kamera Rig

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Ein Kamera Rig für 360 Grad Kameras ist ein Gestell, an dem man mehrere einzelne Kameras befestigen kann. Die Montage erfolgt so, dass jede der Kameras in eine unterschiedliche Richtung zeigt und somit idealerweise das gesamte Umfeld gefilmt werden kann.
Es gibt Kamera Rigs für bis zu 16 Kameras, wie zum Beispiel GoPro Odyssey.

Professionelles System

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Für die professionelle Filmproduktion, bei Konzerten, Sportveranstaltungen oder Festivals gibt es spezielle Systeme für hohe vier- bis fünfstellige Beträge. Meist werden diese Kameras mit komplexen Peripheriegeräten, wie performanten Festplatten, 3D-Mikrofonen oder spezieller Hard- und Software für Live-Streaming kombiniert.

 

4. Objekte sehen in 360 Grad anders aus, als in Wirklichkeit

Je nachdem, was Sie mit ihrer 360 Grad Kamera fotografieren wollen gibt es mehr und weniger geeignete Motive. Denn eines müssen Sie immer bedenken: eine 360 Grad Kamera nimmt ALLES auf, was sich um sie herum befindet. Deswegen ist diese Art zu fotografieren oder filmen auch nicht für jede Aufnahmesituation ratsam.

Am besten funktioniert sie für Landschaften, Architektur, Gruppenselfies, Konzerte, Veranstaltungen Parties. Kurz gesagt, alles was sich in der Umgebung abspielt.

Weniger gut geeignet ist sie für alle Motive, die nur einen geringen Teil der Bildfläche einnehmen, zum Beispiel Portraits oder Produktfotos.

 

5. Es gibt eine perfekte Distanz beim Fotografieren und Filmen

360 Grad Kameras arbeiten mit der weitwinkligen Objektiven jenseits von 180 Grad Blickwinkel. Dadurch nehmen sie die Umgebung sehr verzerrt auf, was auf den Bildern und Videos teilweise unnatürlich aussehen kann.
Besonders Moderatoren, aber auch bei Selfies oder Gruppenportraits, benötigen Sie den richtigen Abstand zur Kamera. Befindet sich eine Person zu nah an der Kamera, ist zum einen die Verzerrung der Linse sehr deutlich sichtbar. Zudem kommt es im Nahbereich zu vermehrten Fehlern beim Stitching.
Auch wenn sich die Person zu weit entfernt befindet ist das nicht ideal. Durch die Weitwinkellinse erscheinen zu weit entfernte Objekte sehr klein.

Der Ideale Abstand sollte etwa einen bis anderthalb Meter betragen. Dann können sie sicher sein, dass Personen gut sichtbar sind und gleichzeitig natürlich und unverzerrt aufgenommen werden können.

6. Die 3 wichtigsten Faktoren bei 360 Grad Bildern und Videos: Auflösung, Auflösung, Auflösung!

Eine 360 Grad Kamera, die in Full HD, also mit 1920 x 1080 px filmt, klingt für viele ausreichend. Doch es gibt einen gewaltigen Unterschied zwischen der Auflösung, die aufgenommen wird und der Auflösung, die man letztendlich zu sehen bekommt.

aufloesungen

Verschiedene Auflösungen im Vergleich

Der Grund dafür ist folgender: die angegebene Auflösung bezieht sich immer auf das Kugelpanorama, das die Kamera erfasst. Dieses Kugelpanaorama besteht dann am Beispiel von Full HD aus  1920 x 1080 Bildpunkten. Das Bild, das man später auf der VR Brille, dem Smartphone oder dem PC betrachtet ist aber nur ein Ausschnitt dieses Kugelpanoramas.

So mancher war verwundert, als er sich das 360 Grad Video seiner Full HD Kamera angeschaut hat und sich dabei eher an ein 800 x 600 Video erinnert fühlte.

Hier ein Vergleich zwischen der Samsung Gear 360 (4K) und der Ricoh Theta S (Full HD)

(Quelle: MobileCameraApps)

Die Hersteller kennen das Problem. Schon bei Digitalkameras und Smartphone-Kameras wurde die Auflösung innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Bei der Weiterentwicklung von 360 grad Kameras wird das ungleich schneller gehen.
Deswegen sollte man eher nach 4K oder 8K Ausschau halten, als sich mit Full HD zufrieden zu geben.

7. 360 Grad Kameras befinden sich noch in der Entwicklung

Es stört Sie, dass 360 Grad Kameras teilweise keine gute Auflösung erreichen und die Videos pixelig aussehen? Die guten Modelle finden Sie zu teuer und die billigen sind Ihnen qualitativ nicht ausreichend?

Nun, das geht vielen so, wenn sie sich zum ersten mal mit 360 Grad Kameras beschäftigen. Die Technik ist eben noch sehr jung und viele Hersteller betreten technologisch gesehen Neuland. Doch die Branche befindet sich im Aufwind. Getrieben vom Trendthema „Virtual Reality“ werden immer ausgereiftere, günstigere und bedienungsfreundlichere 360 Grad Kameras veröffentlicht. Technologiemessen feiern die neuen Kameras und in nächster Zeit werden noch viele neue Modelle auf den Markt kommen.

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