Insta360 im Test

4K im Videomodus, Echtzeit-Stitching, Livestreaming, ausgezeichnetes Design… wer bei diesen Eckdaten an die neueste 360 Grad Kamera eines etablierten Elektronikgiganten denkt, der liegt leider falsch. Die Insta360 4K des Herstellers Arashi Vision kommt aus China und hebt sich ab von den gängigen Vorurteilen, dass alles, was aus dem Osten kommt entweder Billigware oder Plagiat sein muss.

Alle 360 Grad Kameras im Test

Arashi Vision kommt aus Shenzen, auch bekannt als „Chinas Silcon Valley“. Die Stadt ist bekannt für seine innovative Elektronikindustrie und brachte schon Firmen wie Huwawei und Tencent hervor, die sich innerhalb von kürzester Zeit auf dem globalen Markt etablierten.
Die Chancen stehen also gut, dass Insta360 bald eine feste Größe im Bereich der 360 Grad Kameras darstellen wird.

Hardware – Heavy Metal

Die Insta360 im praktischen Transportkoffer

Die Insta360 im praktischen Transportkoffer (Quelle: Insta360)

Wer die Insta360 das erste mal in seinen Händen hält ist garantiert überrascht: die Cam ist wirklich riesig! Es handelt sich bei ihr also definitiv nicht um eine handliche Actioncam, die ohne weiteres an einem Fahrradlenker oder einem Helm befestigen ließe. Auch ist sie weder gegen Staub, noch Spritzwassser geschützt.
Das längliche Gehäuse besteht aus stabilem, kratzfestem Aluminium, das im oberen Bereich schwarz lackiert ist. Bei dieser Größe ist auch das Gewicht stattlich. Mit 445g gehört diese Kamera nicht gerade zu den Leichtgewichten. Doch für das Gewicht gibt es einen Grund: der großzügig dimensionierte Akku hat eine Kapazität von rekordverdächtigen 5000mah. Und die braucht er auch, denn Livestitching und die damit einhergehende interne Rechenpower benötigen mehr Strom, als gewöhnliche 360 Grad Kameras. Laut Hersteller hält der Akku auf diese Weise 100 Minuten im Videomodus.
Trotz der ungewöhnlichen Größe muss man sagen, dass das Design wirklich gelungen ist und sehr modern und clean wirkt. Deshalb erhielt die Insta360 auch den diesjährigen IF Design Award in der Kategorie „Best Industrial Design“.
Neben einem integrierten Mikrofon verfügt die Insta360 zudem über einen Mikorofonanschluss an der Unterseite des Gerätes über den sich externe Mikrofone verbinden lassen.
Als Speichermedium dient eine SD-Karte mit einer Kapazität von maximal 32GB.
Auch praktisch: im Lieferumfang ist eine stabile Transportbox enthalten. Sie bietet Platz für die Insta360 und einiges Zubehör.

Bildqualität – Auflösung top, Framerate flop

Die Insta360 verfügt über zwei große Linsen, die jeweils einen Bereich von 230 Grad abdecken. Das so erfasste 360 Grad Panorama wird von hochwertigen Bildsensoren aufgezeichnet, die von Sony zugekauft werden. Sie verfügt über verschiedene Aufnahme-Modi und erreicht eine Auflösung von beachtlichen 4K im Videomodus. Allerdings gibt es einen Haken: die volle Auflösung ist nur mit einer Framerate von 15fps möglich. Wer eine höhere Bildwiederholrate möchte, der muss Abstriche bei der Auflösung machen. Da die Insta360 aber wie gesagt nicht als Actioncam konzipiert ist, geht das in Ordnung. Für Videokonferenzen, Konzerte oder andere Events ist eine hohe Framerate ohnehin nicht zwingend notwendig.
Wer dennoch eine Actionkamera sucht, die explizit schnelle Bewegungen mit hoher Auflösung erfassen kann, ist mit anderen Modellen, wie der Samsung Gear 360 oder der 360fly besser bedient.
Das Stitching der Videos und Bilder erfolgt in der Kamera und geschieht in Echtzeit über einen sehr leistungsfähigen Prozessor. Soweit es bekannt ist, soll es sich bei der Technik um die derzeit ausgereifteste auf dem Markt handeln.

(Quelle: Insta360)

Durch diese Funktion kann die Kamera auch für Livestreaming verwendet werden und eröffnet damit eine Fülle neuer Möglichkeiten. Von Videokonferenzen im Büro über Konzerte, Sportübertragungen oder andere Events bietet sich vielfältige Einsatzmöglichkeiten andere Personen live am Geschehen teilhaben zu lassen. Diese Funktionalität ist im Bereich der Consumer Kameras ein Novum, denn bisher galt diese Technik als teuer und aufwändig und war somit nur im professionellen Bereich zu finden.

Nicht gerade klein, dafür aber vollgestopft mit innovativer Technik

Die Insta360: nicht gerade klein, dafür aber vollgestopft mit innovativer Technik (Quelle: Insta360)

Bedienung

An der Oberseite der Insta360 befindet sich ein kleines OLED-Display, mit dem man verschiedene Einstellungen festlegen und aus unterschiedlichen Aufnahme-Modi auswählen kann.

Software – Sie stitcht selbst

Per Wlan kann die Insta360 mit einem Smartphone verbunden werden und überträgt die in Echtzeit gestitchten 360 Grad Videos direkt auf das Gerät. Um die aufgenommenen Videos weiter zu bearbeiten, stellt der Hersteller das Programm Insta360 Studio für Windows und Mac zu Verfügung. Mit diesem Programm lassen sich die von der Kamera erstellten Aufnahmen im .insv Format in andere Formate konvertieren. Normale Fotos nimmt die Kamera bereits im Jpeg-Format auf, womit eine Konvertierung entfällt.

Fazit – Insta360

Gerade im semiprofessionellen Bereich, bei Konzertübertragungen, Konferenzen oder ähnlichen Veranstaltungen setzt die Insta360 neue Maßstäbe. 4K, Echtzeit-Stitching, Livestream – bisher war es in dieser Preisklasse nicht möglich, so viele Features in eine Kamera zu verpacken. Dabei ist sie auch noch einfach zu bedienen und qualitativ sicher nicht schlechter, als die Modelle der großen Hersteller. Auf deren Antwort darf man aber auf jeden Fall gespannt sein.

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