Ricoh Theta S im Test

Mehr Speicher, bessere Linsen, besserer Akku, eigene App… die Ricoh Theta S  bekommt ein umfangreiches Upgrade spendiert. Doch es hat sich noch mehr getan bei der aktuell sehr beliebten 360 Grad Kamera.

Die neue Ricoh Theta S kann nicht nur beeindruckende 360 Grad Aufnahmen machen, sondern erhält nun auch eine vollwertige Videofunktion. In Verbindung mit der App lassen sich die Clips so direkt auf Youtube und Facebook laden.

Hardware – bewährte Qualität

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Die gegennüberliegenden Weitwinkel-Linsen der Theta S. An der Oberseite befinden sich ebenfalls die Öffnungen des Mikrofons (Quelle: Ricoh)

Das Gehäuse der Ricoh Theta S hat sich nur marginal verändert und bleibt im Vergleich zur Konkurrenz äußerst kompakt. Mit einer Größe von 44 mm (B) x 130 mm (H) x 22,9 mm (T) ist sie ungefähr halb so groß, wie ein Smartphone, wenn auch etwas dicker.
Beim Gewicht hat sie gegenüber ihrer Vorgängerin etwas zugelegt und wiegt jetzt 125 Gramm. Das ist immer noch sehr wenig, aktuelle Smartphones liegen hier deutlich darüber.
Auch das grundlegendende Konzept bleibt das gleiche: 2 gegensetzlich ausgerichtete Weitwinkelobjektive erfassen ein vollständiges 360 Grad Panorama. Jede der beiden leicht hervorstehenden Linsen nimmt einen Bereich von 190 Grad auf. Ein Algorhytmus rechnet die so entstandenen zwei Aufnahmen zu einer 360 Grad Aufnahme zusammen.
Das geht erstaunlich gut und, abhängig von dem Bildmotiv, meistens nahtlos. Je näher ein Objekt der Kamera ist (zum Beispiel die Hand des Fotografen), umso wahrscheinlicher wird es, dass beim Stiching Ungenauigkeiten auftreten. Alternativ kann man die Theta S auf einem Stativ anbringen. Dann sollte das Problem verschwinden.

Bildqualität – ein Sprung nach vorne

Rein äußerlich hat sich also nicht viel verändert, doch die echten Upgrades stecken unter der Haube. Die ausgegebenen Videodateien haben eine Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln (Full HD), wobei auch Aufnahmen in HD möglich sind, um Speicherplatz zu sparen.

Die Bildwiederholrate liegt bei 30 Bildern pro Sekunde bei einer Bitrate von 16 MBit/s. Der ISO-Wert lässt sich nun auf einer Breite von 100-1600 ISO einstellen, womit auch in Innenräumen und bei Dämmerung gute Aufnahmen möglich sind. Zudem macht es die geringe Verschlusszeit von 1/6400 beinahe unmöglich, verwackelte Bilder zu schießen.

(Quelle: Ricoh)

Diese Zahlen machen sich in der Bildqualität bemerkbar: während die Theta M noch etwas schwammig war, sind die Aufnahmen nun kontrastreicher und scharf. Allerdings sollte man keine Wunder erwarten, denn Full HD mag vielleicht bei normalen Videos annehmbar sein. Bei 360 Grad Aufnahmen relativiert sich das jedoch schnell.

Mehr Anschlüsse an der Ricoh Theta S

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Die Unterseite der Theta S – Micro-USB, HDMI und Stativgewinde (Quelle: Ricoh)

Die Theta-Kameras hatten bisher nur eine Micro-USB-Buchse. Dieser hatte zum einen die Funktion, den Akku der Kamera zu laden und zum anderen die aufgenommenen Fotos und Videos per USB-Kabel an den Rechner zu übertragen. Die Theta S verfügt nun über einen HDMI-Anschluss. Damit lassen sich die Fotos und Videos direkt am Fernseher betrachten.

Bedienung – komfortabel und intuitiv

Die Bedienung der Thetha S ist wirklich sehr einfach und intuitiv. Mit dem Schalter an der rechten Seite aktiviert man die Kamera und mit dem Umschalter kann man nun zwischen Foto- und Videofunktion wählen. Drückt man nun auf den großen Aufnahmebutton auf der Vorderseite, schießt man entweder ein Foto oder startet die Aufnahme eines Videos. Um die Aufnahme zu stoppen,  betätigt man den Button ein zweites Mal.
Um sich mit dem Smartphone zu verbinden, nutzt die Theta S ein drahtloses Netzwerk, das durch betätigen des WLAN-Buttons aktiviert wird. Über die für iOS und Android erhältliche App, kann man sich mit der Kamera verbinden.
Bilder wandern recht flott von der Kamera zum Smartphone. Videos dauern etwas länger, ein einminütiges Video braucht etwa 2 Minuten um übertragen zu werden.

Ricoh-Theta-S-seite

An der Seite befinden sich die Bedienknöpfe für den Aufnahmemodus, WLAN und An-/Aus-Schalter (Quelle: Ricoh)

Vielfältige Möglichkeiten mit der App

Das Tolle ist: die Theta S ist mit eigenem WLAN ausgestattet und kann so zusätzlich über eine App gesteuert werden. Das ist äußerst praktisch, denn neben speziellen Aufnahmeeinstellungen beinhaltet die App weitere Funktionen,  wie zum Beispiel einen Fernauslöser. Darüber hinaus ermöglicht die App die manuelle Steuerung der Kamera. An Programmen steht neben der Automatik eine Blendenautomatik und Iso-Automatik zur Verfügung. Weitere Funktionen sind Rauschreduzierung, eine Dynamikanpassung und ein HDR-Modus. Einzig der Fokus lässt sich nicht einstellen. Grund dafür ist, dass die Theta S ab einer Entfernung von etwa 10cm alles scharf stellt.
Die aktuellen Versionen der Apps finden sie im Downloadbereich von Ricoh.

Ricoh-Theta-S-beschreibung

(Quelle: Ricoh)

Fazit – Ricoh Theta S

Die Theta S hat sich im Vergleich zu ihrer Vorgängerin deutlich gebessert. Die Bedienung ist sehr intuitiv und einfach, auch die App kann überzeugen. Defizite gibt es lediglich bei der Videoqualität. Der Popularität der Theta S scheint das jedoch nicht zu schaden, sie gehört aktuell zu den beliebtesten 360 Grad Kameras auf dem Markt.

Ricoh Theta S

Ricoh Theta S
8.625

Bildqualität

9/10

    Ausstattung

    9/10

      Handhabung

      9/10

        Preis / Leistung

        9/10

          Vorteile

          • Einfache Bedienung
          • Komfortable Software
          • Top Preis/Leistung

          Nachteile

          • Speicher nicht erweiterbar
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