Samsung Gear 360 im Test

Samsung hat den Trend Virtual Reality schon früh erkannt und seine eigene VR-Brille, die Gear VR, veröffentlicht. Entsprechend logisch war der Schritt, eine dazu passende 360 Grad Kamera zu entwickeln, die nun auf dem MWC präsentiert wurde. Die Gear 360 hat ohne Zweifel das Potential zu einem Referenzmodell auf dem Markt zu werden.

Die Samsung Gear 360 mit Stativ

Die Samsung Gear 360 mit Stativ (Bild: Samsung)

Die Samsung Gear 360 ist eine kugelförmige Kamera mit zwei gegenüberliegenden Objektiven. Mit ihrem Gewicht von 153 Gramm liegt sie im oberen Mittelfeld. Laut Hersteller ist sie nach IP53 gegen Staub und Spritzwasser geschützt und eignet sich somit auch als Outdoor- und Actionkamera. Die Klappe für den Akku und die SD-Karte ist mit einem Dichtungsring gegen eindringende Feuchtigkeit geschützt. Insgesamt macht das  Kunststoff-Gehäuse einen sehr stabilen Eindruck. Zudem verfügt sie über einen integrierten Beschleunigungssenor und ein Gyroskop.
Mit diesen Daten tritt sie in Konkurrenz zu bereits veröffentlichten Actioncams wie der 360Fly oder der Nikon Keymission 360.
Der Akku der Gear 360 ist austauschbar und besitzt eine Kapazität von 1350 mAh.
Als Zubehör liegt der Kamera ein kleines, dreibeiniges Stativ bei, das zusammengeklappt als Haltegriff fungiert. Des weiteren eine Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch, ein Reinigungstuch, eine Sicherheitsschlaufe, eine Ladekabel, eine Schutztasche zum Transport der Kamera und der Akku.
Eine Speicherkarte liegt leider nicht bei und muss separat erworben werden. Die Gear 360 speichert Videos und Fotos auf einer SD-Karte mit bis zu 128 GB. Hier sollte man darauf achten, zu einer hochwertige Speicherkarte zu greifen, die die hohen Datenraten auch verarbeiten kann. Eine Video in voller 4K-Auflösung kann nämlich pro Minute bis zu 230 MB groß werden.

Bildqualität – auf dem Weg zum Referenzmodell

Die Gear 360 verfügt über zwei gegenüberliegende Objektive mit jeweils 15 Megapixeln und einem Weitwinkel von 195 Grad. Damit erfasst sie ein vollsphärisches Panorama mit einer Auflösung von 3840 x 1920 Pixeln, was nicht ganz 4K entspricht. Einzelbilder werden in der vollen Auflösung mit 30 Megapixeln gespeichert.

(Quelle: Samsung)

Optional kann man auch eine der beiden Linsen deaktivieren um so traditionelle Aufnahmen mit einer Auflösung von 15 Megapixeln zu machen.

Samsungs 360 Grad Kamera kann mit hoher Bildqualität punkten. Sowohl bei Sonnenschein im Freien als auch unter Kunstlicht sind die Aufnahmen konstrastreich und strahlend. Das Stitching – eine Schwierigkeit, mit der viele Hersteller zu kämpfen haben –  funktioniert sowohl im Nahbereich als auch auf größerer Entfernung tadellos. Selbst bei schnelleren Bewegungen sorgt der integrierte Stabilisator für ein ruhiges Bild.

Die Oberseite der Gear 360 mit großem Auslöse-Button

Die Oberseite der Gear 360 mit großem Auslöse-Button (Bild: Samsung)

Bedienung – intuitiv und schnell

Die kugelförmige Kamera besitzt drei Bedienknöpfe: Ein- und Ausschalter, Aufnahme und Menü. Damit lassen sich die grundlegenden Funktionen steuern. Zudem, und das ist sehr praktisch, verfügt die Kamera über ein 0,5 Zoll-OLED-Display, das den Batteriestand und weitere Informationen anzeigt. So kann man die jeweiligen Daten zur Aufnahme direkt an der Kamera ablesen.

 

Gear 360 Software – nichts für iPhones

Das Stiching der Videos und Fotos erfolgt nicht in der Kamera sondern entweder am PC oder über eine App. Mit dieser kann sich die Kamera drahtlos verbinden, um Daten zu übertragen. Dazu nutzt die Gear 360 WLAN oder Bluetooth 4.1. Die Aktivierung erfolgt durch NFC. Damit ist es möglich, dass sich Kamera und Smartphone automatisch verbinden, sobald beide sich einander nähern.
Am PC lassen sich die Aufnahmen tiefgreifender bearbeiten. Samsung kündigte dazu eine eigene Software an, den Gear 360 Action Director.
Diese App, und das ist die schlechte Nachricht für alle Besitzer eines iPhones, ist derzeit nur mit den neueren Smartphones von Samsung kompatibel. Samsung stärkt damit die eigene Produktpalette, besonders im Bereich Virtual Reality. Die Koreaner behalten es sich jedoch vor, auch eine Version für iPhone-Nutzer zu einem späteren Zeitpunkt zu veröffentlichen.
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Kompatible Smartphones:

samsung_galaxy_s7-edge

Galaxy S7 edge

samsung_galaxy_s7

Galaxy S7

samsung_galaxy_s6-edge-plus

Galaxy S6 edge+

samsung_galaxy_s6-edge

Galaxy S6 edge

samsung_galaxy_s6

Galaxy S6

Während der Aufnahme zeigt die App eine Live-Vorschau der Kamera um Zeitraffer-Aufnahmen oder Videoloops zu erstellen und anschließend zu speichern.

Google Street View App

Die Gear 360 ist kompatibel mit der Google Street View App. Das bedeutet, dass sie ihre 360 Grad Fotos direkt auf Street View veröffentlichen können. Laden Sie Freunde und Verwandte ein, und zeigen See Ihnen die Straßen Ihrer Stadt detaillierter als jemals zuvor.

Zubehör für die Samsung Gear 360

Fazit – Samsung Gear 360

Die Samsung Gear 360 macht einen sehr durchdachten Eindruck. Die Bildqualität überzeugt und die Bedienung ist komfortabel.
Zusammen mit der VR Brille Gear VR ist Samsung der erste Hersteller, der ein Komplettpaket zur Erstellung und Wiedergabe von 360 Grad Videos liefert.
Die Kamera ist im Juni erschienen und kostet circa 340€. Der Preis liegt damit unterhalb der 360 Fly. Auch ein preisgünstiges Bundle zusammen mit der Gear VR ist durchaus denkbar.

Samsung Gear 360

Samsung Gear 360
8.75

Bildqualität

9/10

    Ausstattung

    9/10

      Handhabung

      9/10

        Preis / Leistung

        9/10

          Vorteile

          • Top-Bildqualität
          • Einfache Bedienung
          • Spannendes Zubehör

          Nachteile

          • nur mit Smartphones von Samsung kompatibel

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